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„Wasser marsch“: Abwechslungsreiches Ferienprogramm bei der Tenglinger Feuerwehr

Einen Tag bei der Freiwilligen Feuerwehr Tengling erleben 25 Buben und Mädchen im Rahmen des gemeindlichen Kinderferienprogramms. Die zwölf Betreuer des Feuerwehrvereins hatten sich wieder allerlei einfallen lassen, um bei den daheim gebliebenen Kindern für viel Spaß und Kurzweil zu sorgen. Neben Löscharbeiten und Kommandos wie „Wasser marsch“ stand für die kleinen „Nachwuchs-Feuerwehrler“ auch eine Fahrt mit dem Löschfahrzeug auf dem Programm. Ihr Geschick konnten die Buben und Mädchen beim Spritzen mit dem Feuerwehrschlauch und der Kübelspritze demonstrieren, mit der ein kleines Holzhaus gelöscht sowie Tennisbälle von Verkehrsleitkegeln herunter gespritzt wurden. Mit Magneten fischten die Kinder Metallblättchen aus dem Dorfbach und die Süßigkeiten-Schleuder gab ihren feinen Inhalt nur dem preis, der mit einem Tennisball exakt eine Zielscheibe traf. Würstel und eine Dusche unter dem Feuerwehrschlauch rundeten den gelungenen Nachmittag ab.

Jahreshauptversammlung 2016

Auf ein ruhiges Jahr blickte die Freiwillige Feuerwehr Tengling anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung zurück. Wie Kommandant Florian Reiter informierte, rückten die Floriansjünger zu 16 Einsätzen aus. Im Rahmen dieser Alarmierungen mussten von den Aktiven mehr als 830 Einsatzstunden abgeleistet werden.

Das Jahr 2016 war gerade einmal zwölf Minuten alt, als die Aktiven erstmals ausrücken mussten. Doch der unklare Feuerschein über St. Coloman war wohl mehr einem Silvesterräuscherl geschuldet. Wesentlich ernster gestaltete sich indes die Situation am 1. Juni, als Hochwasser aufgrund der anhaltenden Regenfälle drohte, in Hennhart einen Keller zu überfluten.

Gleich zu zwei Großbränden innerhalb weniger Stunden wurden die Einsatzkräfte am 20. August gerufen. Zunächst unterstützten die Tenglinger ihre Kollegen aus Taching beim Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Haunerting. Ein Stall, in dem 20 Kühe untergebracht waren, stand in Flammen. Trotz aller Bemühungen konnte ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus nicht vollständig verhindert werden. Der Sachschaden belief sich auf rund 250.000 Euro. Stunden später wurde ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in Wimpasing bei einem Brand vollständig zerstört; hier entstand ein Sachschaden von mehr als 100.000 Euro. In beiden Fällen konnte die Polizei Brandstiftung nicht nachweisen.

Aktuell zählt die Tenglinger Wehr 62 Aktive, darunter zwölf Damen und 19 Atemschutzträger. Der Jugendgruppe gehören zurzeit acht Buben und Mädchen an. Neben den vielen Einsatzstunden und regelmäßigen Übungsabenden absolvierten die Feuerwehrler diverse Lehrgänge und Fortbildungen auf Kreisebene. Eine Gruppe junger Tenglinger Floriansjünger legte zudem die THL-Leistungsprüfung ab. Abschließend dankte der Kommandant allen Feuerwehraktiven für ihre Unterstützung, den Zusammenhalt und die gute Kameradschaft.

Andreas Kraller, Vorstand des Feuerwehrvereins, gab einen kurzen Abriss über die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr mit der Teilnahme an den Feuerwehr-Jubiläen in Rabenden, Teisendorf und Lieobendorf, dem Ausflug der Tenglinger Floriansjünger ins Feuerwehrmuseum Waldkraiburg mit anschließender Floßfahrt auf der Alz und Brauereibesichtigung sowie der Fahrzeugweihe der Nachbarwehr aus Taching. Am „Feuerwehrtag“ im Rahmen des gemeindlichen Kinderferienprogramms beteiligten sich 17 Buben und Mädchen, die unter anderem eine Rundfahrt mit einem der Einsatzfahrzeuge unternahmen, das Löschen übten sowie an der „Süßigkeiten-Schleuder“ ihre Geschicklichkeit beweisen konnten. Am Volkstrauertag beteiligten sich die Tenglinger Aktiven mit einer Fahnenabordnung und auch 2016 wurde am Dorfplatz wieder der stimmungsvolle Adventsmarkt organisiert, der erneut eine große Schar an Besuchern aus nah und fern anzog.

Christina Leitner und Ramona Müller informierten die Versammlung über einen soliden Kassenstand. Größte Einnahmequelle im abgelaufenen Jahr war der Adventsmarkt; dem gegenüber stand die Anschaffung neuer Vereinsshirts, mit denen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Tengling nunmehr wieder bestens ausgestattet sind. Dem Feuerwehrverein gehören derzeit 122 Mitglieder an.

Anerkennung zollte Zweiter Bürgermeister Christoph Wamsler in Vertretung von Bürgermeisterin Ursula Haas den Feuerwehrlern für ihren unermüdlichen Einsatz für die Gemeinde und alle ihre Bürger: „Aufgrund der guten Ausrüstung, der guten Ausbildung und des guten Personalstands seid ihr für alle Anforderungen bestens gerüstet.“ Der stellvertretende Gemeindechef würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren Tengling und Taching und wünschte den Aktiven ein Jahr ohne große Brände, ohne schwere Unfälle „und dass ihr von euren Einsätzen und Übungen stets gesund heim kehrt.“

„Ein freiwilliges Netz an Feuerwehrlern ist unverzichtbar in der Gesellschaft“, unterstrich Kreisbrandinspektor Günter Wambach in seinem Grußwort. Die Einsätze seien das, was die Öffentlichkeit mitbekomme. „Aber um einen Einsatz sauber abarbeiten zu können, bedarf es großer Übung und unermüdlicher Einsatzbereitschaft“, stellte Wambach heraus. Er würdigte die gute Ausrüstung, den vorbildlichen Leistungsstand der Aktiven und die lobenswerte Jugendarbeit der Tenglinger Floriansjünger. Er ermunterte die Verantwortlichen, in diesem Engagement nicht nachzulassen: „Die Jugend ist die Zukunft der Feuerwehr“, bekräftigte er. Wambach spornte die Anwesenden an, auch künftig zahlreich an den Fortbildungen der Inspektion teilzunehmen: „Die Lehrgänge sind wichtig, um sich ein gewisses Basiswissen anzueignen.“

Des Weiteren informierte der Kreisbrandinspektor über das weitere Vorgehen hinsichtlich der TETRA-Alarmierung. Nachdem im Vorjahr der Ausbau des Digitalfunknetzes in Bayern abgeschlossen wurde, startet heuer die mehrstufige Einführung der Digitalen Alarmierung. „Diese sieht vor, in den ersten zwei Quartalen die Alarmierungssoftware in der Integrierten Lehrleitstelle an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried einzuspielen und dort auch die ersten Tests und Belastungsproben vorzunehmen“, erläuterte Wambach. Sollten diese Versuche erfolgreich verlaufen, werde die Software in zwei Pilotleitstellen eingespielt und parallel zur analogen Alarmierung erprobt. Die flächendeckende Einführung kündigte der Kreisbrandinspektor für Ende 2018/Anfang 2019 an. mia

Leistungsabzeichen THL 2016

Zum Einsatz fertig“, hieß es jüngst bei der Freiwilligen Feuerwehr Tengling, als eine Gruppe junger Floriansjünger das THL-Leistungsabzeichen ablegte.

Zunächst loste man die Trupps aus, um jedem seine Aufgabe zuzuteilen. Die Trupps, jeweils aus zwei Teilnehmern bestehend, mussten entweder die Tauchpumpe, die Motorsäge, den Greifzug, den hydraulischen Rettungssatz, die stabile Seitenlage oder das Lichtstativ erklären. Hier bewiesen die Aktiven, dass sie sich sehr intensiv auf die Prüfung vorbereitet hatten; alle absolvierten den ersten Teil des Leistungsabzeichens fehlerfrei.

Im Anschluss mussten die Tenglinger Einsatzkräfte ihr Wissen praktisch umsetzen. Der Aufbau ist der Grundstock für jeden THL-Einsatz, bei dem der hydraulische Rettungssatz ­(Schere, Spreizer und Rettungszylinder) benötigt wird. Der Angriffstrupp musste das Unfallfahrzeug sicher unterbauen. Der Schlauchtrupp hatte die erforderlichen Geräte auf die Bereitstellungsplane zu legen. Der Wassertrupp kümmerte sich um den Straßenverkehr und sicherte danach die "Unfallstelle" mit Wasser und Feuerlöscher gegen Brandgefahr.

Der Melder kümmerte sich um die Erstversorgung des Verletzten. Währenddessen erstellte der Maschinist die Beleuchtung und zeichnete dafür verantwortlich, dass der Wassertrupp mit Wasser und den Angriffstrupp mit Strom für den hydraulischen Rettungssatz versorgt wurden. Die Gruppenführer gab die Anweisungen zum korrekten Vorgehen.  

Die beiden Schiedsrichter, Georg Fleischer und Florian Reiter, bescheinigten den Tenglinger Aktiven saubere Arbeit, sodass alle Teilnehmer das neue Abzeichen in Empfang nehmen durften.

 

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